Angststörungen, Phobien, Panikstörung, generalisierte Ängste

Was ist eine Angsterkrankung

Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Innerhalb eines Jahres leiden 14,5% der deutschen Erwachsenenbevölkerung an behandlungsbedürftigen Ängsten (Bundesgesundheitssurvey 1998/99). Am häufigsten kommen Phobien vor, d. h. Ängste, die regelmäßig in bestimmten Situationen auftreten und von körperlichen Symptomen wie Unruhe, Herzklopfen, Schweißausbruch oder Atemnot begleitet sind. Sie führen zur Vermeidung dieser Situationen, wodurch das tägliche Leben stark eingeschränkt werden kann. Bei der sozialen Phobie haben die Patienten große Angst, sich zu blamieren, wenn sie in einer kleinen Gruppe sprechen oder wenn andere ihnen beim Essen oder Schreiben zusehen. Oft betrifft dies besonders Kontakte zum anderen Geschlecht. Patienten mit einer Agoraphobie fürchten und vermeiden Situationen wie Menschenmengen auf großen Plätzen, aber auch in Kaufhäusern oder Kinos, oder auch Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto allein. Häufig haben Patienten mit einer Agoraphobie schon mehrfach Panikattacken erlebt (s. u.). Weitere Phobien, die eine behandlungsbedürftige Beeinträchtigung der Lebensführung bedingen können, sind z. B. Ängste vor Krankheiten, vor großen Höhen, vor geschlossenen Räumen oder vor Prüfungen.

Bei einer generalisierten Angststörung leiden Patienten unter ständigen verschiedensten Sorgen und Befürchtungen, von denen sie sich nicht mehr ablenken können, und die sich auch körperlich in Form von Unruhe, Kopfschmerzen, Schlafstörungen u. ä. bemerkbar machen.
Patienten mit einer Panikstörung leiden unter wiederholten Panikattacken. Dies sind anfallsartige Angstzustände mit sehr starker körperlicher Symptomatik wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Erstickungsgefühl, Engegefühl in der Brust, Schwindel sowie Ängste, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder zu sterben. Wegen dieser Symptome vermuten die Patienten (und Ärzte) oft zunächst, dass es sich um eine körperliche Krankheit wie z. B. einem Herzinfarkt handeln könnte, die körperliche Untersuchung zeigt aber keinen krankhaften Befund. Auch wenn es schwer fällt, zu glauben, dass es sich "nur" um eine Angsterkrankung handelt, ist diese Erkenntnis doch häufig eine Erleichterung und der erste Schritt zur Besserung.
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